Zwei Pfauen für Oleksandra

Ein Brautstrauß ist einfach zu schön, um nach ein paar Tagen im Müll zu landen. Der von Oleksandra war besonders schön: er bestand aus weißen und violetten Blüten; zart, elegant und randvoll mit Erinnerungen an einen der wichtigsten Tage ihres Lebens. 2024 durfte ich daraus ein Kunstwerk gestalten, das sich sehen lassen kann: zwei Pfauen, deren Gefieder aus den Blumen des Straußes besteht.

Wie aus dem Strauß ein Bild wurde? Hier kommt seine Entstehungsgeschichte.

Auseinandernehmen mit Gefühl

Am Anfang jedes Kunstwerks steht ein feierlicher Moment: Der Strauß wird in seine Einzelteile zerlegt. Blume für Blume löse ich ihn auf und sortiere nach Art, Größe und Farbe. Welche Blüten sind echte Hingucker? Welche Blätter taugen später als feine Details? Schon bei diesem Schritt arbeitet mein Kopf am fertigen Bild mit.

Pressen, trocknen, warten

Dann braucht es vor allem eines: Geduld. Gutes Pressen lässt sich nicht abkürzen. Für das Zerlegen von Oleksandras Strauß habe ich rund fünf Stunden gebraucht. Die Blüten werden so gelegt, dass Form und Farbe möglichst schön erhalten bleiben, und wandern dann in die Presse. Dort ruhen sie viele Wochen in aller Ruhe, bis sie trocken sind.

Wenn die Idee Federn bekommt

Jetzt beginnt der Teil, in dem ich als Illustratorin richtig aufblühe. Wie soll das Bild aussehen? Und was ist dem Brautpaar wichtig? Für Oleksandra war die Sache klar: Die Farben standen an erster Stelle, und Grün und Blau sollten das Hauptthema werden.

Im Gespräch entstand die Idee der zwei Pfauen, ein Symbol für Schönheit, Verbundenheit und Stolz. Außerdem trägt kaum ein Tier so selbstbewusst Blau und Grün, und dazu passen die violetten Blüten wunderbar. Als Gegenstück darf ein weißer Pfau auftreten, dessen Gefieder aus den hellen Blüten entsteht.

Bevor irgendetwas festgeklebt wird, wird getüftelt: Wie stehen die beiden Vögel zueinander? Wo bestehen die Federn aus echten Blumen, wo aus Farbe? Ich lege die gepressten Blüten probehalber aufs Papier, schiebe sie hin und her und fange erst an, wenn alles sitzt.

Das Kunstwerk entsteht

Zuerst malte ich die beiden Pfauen mit Aquarellfarben auf Büttenpapier. Als Illustratorin mit Schwerpunkt Tierdarstellungen ist mir wichtig, dass die Tiere leben: der Blick, die Haltung, die feine Struktur der Federn. Die Farben stimme ich auf die Blumen ab, damit Gemaltes und Gepresstes später nahtlos ineinander übergehen.

Dann kommt der spannendste Moment: Die Blüten und Blätter bekommen ihren endgültigen Platz. Mit ruhiger Hand und viel Fingerspitzengefühl befestige ich sie Stück für Stück. Sie werden zu Gefieder, Schwanzfedern und kleinen Akzenten. Die weißen und violetten Blüten geben den Pfauen Tiefe und Lebendigkeit, und plötzlich werden aus Strauß und Illustration eins.

Ein Erinnerungsstück für die Ewigkeit

Als das Kunstwerk fertig war, haben wir gemeinsam den passenden Rahmen ausgesucht. Oleksandra und ihr Mann entschieden sich, sehr zu meiner Freude, für einen meiner Lieblingsrahmen: Vintage Gold. Er passt wunderbar zum blau-grünen Thema des Bildes.

Die Pfauen kamen auch in der österreichischen Hochzeitsbranche bestens an: 2025 wurde das Kunstwerk mit dem Austria Wedding Award in Gold ausgezeichnet. Danke, liebes Brautpaar, für euer Vertrauen und für dieses wundervolle Projekt!

Bildgröße: 60 x 90 cm
Entstehungsjahr: 2024